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Das "Waagnis" für die Potsdamer Mitte

Gewinner des Kunstwettbewerbs der Karl Marx gestaltet die Fassade des Eckhauses Alter Markt 13/14 mit modernen Scherenschnittfiguren.

Noch ist in der Potsdamer Mitte kein Spatenstich getan, doch über die künstlerische Gestaltung der Fassade ihrer Häuser hat sich die Genossenschaft längst ausführlich Gedanken gemacht.

 

Im vergangenen Jahr hatte die Karl Marx für das geplante Eckhaus Alter Markt 13/14 und Schwertfegerstraße zum Kunstwettbewerb aufgerufen. „Für dieses Eckgebäude, das wir an der Stelle des 1945 zerstörten Vorgängerbaus wiedererrichten werden, gibt es gestalterische Vorgaben, die wir zeitgenössisch interpretieren“, erläutert Ines Sche

 

Einst zierte den Vorgängerbau ein Fries sowie eine Figurengruppe auf dem Dach. „Durch den bundesweiten Wettbewerb konnten wir verschiedene Ideen der künstlerischen Gestaltung zusammentragen.“ Das historische Relief soll in Form einer Rekonstruktion, eines Zitates oder einer Neuinterpretation wieder lagegetreu über den Fenstern des Mittelrisalites angebracht werden und der Kostenrahmen von 50.000 Euro netto für die Kunst am Bau nicht überschritten werden. 50 Künstler aus ganz Deutschland hatten sich beworben. Acht Künstler haben ihre Entwürfe eingereicht. „Bei der Auswahl der Künstler war uns die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten wichtig, sagt Ines Schenke.

 

Den Zuschlag der Jury – an der Künstler, Vertreter der Genossenschaft, des Sanierungsträgers, der Stadtplanung mitwirkten – bekam der Entwurf des Berliner Künstlers Wolf von Waldow. Ihm sei es mit Frische und Leichtigkeit gelungen, das historische Motiv in die Moderne zu übersetzen, lobte Vorstand Sebastian Krause. „Der Entwurf zeigt, dass unser Haus keine Rekonstruktion wird. Er passt zu uns.“

 

Von Waldows „Waagnis“ sieht scherenschnittartige Figuren auf der Attika vor sowie ein Relief über dem ehemaligen Haupteingang. Ein Fragment des Original-Frieses von 1797 hat der Künstler eingearbeitet.

 

Nicht nur Wolf von Waldow auch die anderen beiden Preisträger haben das historische Kunstwerk neu interpretiert. Mit seiner Arbeit „Menschen sind unser Gold“ folgte Matthias Braun aus Würzburg einem zeitgenössischen Gedanken. Der Zweitplatzierte hatte sich die Frage gestellt, wer ist der Bauherr und was ist sein Reichtum. In seinem Entwurf sollten zwei Mitglieder der Genossenschaft als vergoldete Figuren auf dem Dach Platz nehmen.

 

Bis zum ersten Spatenstich für die Potsdamer Mitte soll laut des Potsdamer Baubeigeordneten Bernd Rubelt noch knapp ein Jahr vergehen. „Wir sind gerade dabei uns als Bauherrengemeinschaft zu finden“, sagte Sebastian Krause. Sechs verschiedene Eigentümer bebauen das Karree. Dazu sei es notwendig, die Baulogistik abzustimmen. Mit der Genehmigungsplanung soll im Frühjahr begonnen werden, ehe im Sommer die Bauanträge eingereicht werden.