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Masken für Karl Marx

Ehrenamtliche nähen für den guten Zweck

Anne Ryschka und Audrey Schneider arbeiten ehrenamtlich für GreenBagLady. Die beiden Frauen nähen in ihrer Freizeit aus gespendeten Stoffen bunte Einkaufstaschen und verschenken diese mit dem Gedanken, die Beschenkten könnten künftig auf Plastiktüten verzichten.

Die ehrenamtliche Initiative www.GreenBagLady.org näht und verschenkt weltweit die farbenfrohen green bags. In Deutschland wurde die erste Arbeitsgruppe in Michendorf von Audrey Schneider 2018 ins Leben gerufen. „Wir sind eine Bewegung mit Multiplikator Effekt. Bei uns kann jeder mitmachen, nicht nur Privatleute, auch Schulen, Vereine, Stoffläden. Es braucht auch keine große Nähkunst. Wenn viele Menschen ein bisschen tun, dann wird viel getan“, beschreibt sie das Prinzip. Inzwischen nähen in etlichen deutschen Städten Ehrenamtliche Einkaufsbeutel und seit ein paar Wochen vor allem Alltagsmasken. Die Produktion wurde kurzerhand umgestellt, stundenlang YouTube-Videos angeschaut, passende Stoffe, die bei 60 Grad waschbar sind, aus den Vorräten ausgesucht. Inzwischen hat etwa Anne Ryschka mehr als 300 Alltagsmasken gefertigt, an die Nachbarn verschenkt, bei Instagram gepostet, dem Bürgeramt übergeben.

Die ersten 60 Masken waren für die Mitarbeiter der Karl Marx – gewissermaßen ein „Auftragswerk“, das eine Nachbarin auf den Weg gebracht hat. „Anfangs habe ich mich schwergetan“, gibt Anne Ryschka zu und bis zu 45 Minuten für nur eine Maske gebraucht. Zudem hätten die Masken für sie auch etwas Bedrückendes. „Doch mittlerweile stellt sich jedes Mal, wenn die Maschine surrt, ein Glücksgefühl ein, das Gefühl etwas Gutes zu tun.“ Nur das Bügeln der Stoffe, ist nach wie vor eher ungeliebt.