Betriebskostenabrechnungen
Am 24. Juni 2026 sind die ersten Betriebskostenabrechnungen in den Versand gegangen – etwas später als gewohnt. Grund dafür war vor allem die Umstellung des ERP-Systems bei der EWP und die dadurch verspätete Rechnungslegung für Strom, Wasser, Fernwärme und Gas. Erst im Anschluss konnten die Daten für die Verbrauchsabrechnung von Heiz- und Wasserkosten Schritt für Schritt an brunata übermittelt werden. Inzwischen laufen die Abrechnungen auf Hochtouren.
Mit jeder Betriebskostenabrechnung kommt dieselbe Frage auf: Ergibt sich ein Guthaben oder entsteht eine Nachzahlung?
Bevor wir auf die Abrechnungsergebnisse schauen, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung 2025: Die umlagefähigen Kosten sanken insgesamt um rund 400 TEUR. Besonders erfreulich entwickelten sich die Kosten für Heizung und Warmwasser. Obwohl der durchschnittliche Verbrauch um rund acht Prozent stieg, gingen die Kosten um rund 600 TEUR zurück. Ausschlaggebend war vor allem der um 25 Prozent gesunkene Arbeitspreis für Fernwärme. Der Grundpreis erhöhte sich dagegen leicht um zwei Prozent. Bei den kalten Betriebskosten zeigte sich ein anderes Bild. Sie stiegen um rund 200 TEUR. Den größten Anteil daran hatten die Gebühren für Wasser und Abwasser. Allein die Gebührenerhöhung der Stadt Potsdam führte zu Mehrkosten von knapp 400 TEUR. Auch Hausreinigung, Müllentsorgung und Gartenpflege wurden teurer. Zusätzlich wirkte sich erstmals die ganzjährige Bewirtschaftung der Wohnungen in der Potsdamer Mitte aus. Den Kostensteigerungen standen aber auch Entlastungen gegenüber: Die Grundsteuern sanken durch neue Messbeträge und den reduzierten Hebesatz. Auch die Stromkosten gingen zurück. Was bedeutet das für die eigene Abrechnung? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Was am Ende unter dem Strich steht, hängt immer vom Zusammenspiel aus Verbrauch, Wohnsituation und Kostenentwicklung ab. Deshalb können selbst ähnliche Wohnungen unterschiedlich abschließen.
Für 90 Prozent unserer Mitglieder ergibt sich in diesem Jahr ein Guthaben. Dazu hat auch das vorausschauende Verhalten vieler Nutzer beigetragen. Zahlreiche Haushalte verzichteten im Vorjahr auf die Auszahlung ihres Guthabens zugunsten der Vorauszahlungen für 2025 oder entschieden sich bewusst gegen eine Absenkung ihrer Vorauszahlungen. Das hat Spielräume geschaffen.
Welche Entwicklung erwarten wir für 2026? Aus heutiger Sicht erwarten wir auch im kommenden Jahr einzelne Entlastungen. Die Kosten für Niederschlagswasser sinken um 2,2 Prozent. Beim Strom erwarten wir rund vier Prozent weniger Belastung. Auch bei der Fernwärme ist bereits eine weitere Senkung des Arbeitspreises um fünf Prozent im StadtSpuren-Tarif vereinbart. Die Abfallgebühren entwickeln sich je nach Abfallfraktion unterschiedlich. Die Stadt Potsdam hat auch für 2026 die Gebühren für Wasser und Abwasser deutlich erhöht, sodass wir Kostensteigerungen um 18 % erwarten. Gleichzeitig steigen die Aufwendungen für die Gebäudeversicherung infolge der gleitenden Neuwertanpassung und einzelne Dienstleistungen leicht. Insgesamt rechnen wir mit einem Kostenanstieg von etwa drei bis vier Prozent. Deshalb bleibt ein bewusster Umgang mit Heizenergie und Wasser eine der wenigen Möglichkeiten, mit der Sie Ihre eigenen Kosten aktiv beeinflussen können. Die Guthaben aus 2025 und die derzeit erwartete Preisentwicklung für 2026 zeigen: Die aktuellen Vorauszahlungen bleiben aus heutiger Sicht durchschnittlich gut bemessen. Die Genossenschaft verzichtet daher für den Abrechnungszeitraum 2026 grundsätzlich auf eine Anpassung.
Unser Anspruch ist es, die monatlichen Vorauszahlungen in einer angemessenen Höhe zu halten. Die Vorauszahlungen sollen die laufenden Kosten decken, aber nicht deutlich darüber hinausgehen. So bleiben Vorauszahlungen und tatsächliche Kosten weiterhin in einem guten Verhältnis.